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Von Christian Unbehaun3 Min. LesezeitRückblick 2017 – 2026 · KI · Werkzeuge

Neun Jahre KI im Entwickleralltag

2017 erkannte die Barmer-App Dokumente mit Apples Vision Framework, heute entstehen meine Apps mit KI-Agenten. Was sich in neun Jahren verändert hat – und was nicht.


Seit 2017 begleitet mich künstliche Intelligenz in meiner Arbeit – zuerst als Framework in einer Kunden-App, heute als Werkzeug, mit dem ich jeden Tag arbeite. In diesen neun Jahren hat sich fast alles verändert. Nur eines nicht.

2017: KI als Framework

Ende 2017 sollte die Barmer-App Dokumente wie AU-Bescheinigungen im Kamerabild erkennen und hochladen. Apple hatte gerade mit iOS 11 Core ML eingeführt und darauf aufbauend das Vision Framework, das Bilder direkt auf dem Gerät analysiert. KI war damals ein Werkzeug für genau eine Aufgabe – sprechen konnte man mit ihm nicht. Mehr über das Projekt steht in der Notiz Barrierefreiheit ist keine Nacharbeit.

Ende 2022: KI als Gesprächspartner

Mit ChatGPT konnte man plötzlich fragen: nach einer Erklärung, einem regulären Ausdruck, einem ersten Entwurf. Die Antworten klangen immer überzeugend, auch wenn sie falsch waren – bis hin zu Methoden, die es gar nicht gab. Seitdem gilt für mich: Was eine KI vorschlägt, prüfe ich.

2023: Bilder und Code

2023 kamen zwei Werkzeuge dazu: Midjourney für Bilder und KI-Assistenten fürs Programmieren – erst ChatGPT, bald auch Claude. Aus einzelnen Fragen wurden längere Arbeitssitzungen: Code erklären lassen, Lösungswege vergleichen, Entwürfe besprechen. Den Code habe ich allerdings noch selbst zwischen Chatfenster und Editor hin- und herkopiert.

2025: KI im Projekt

Im Februar 2025 hat Anthropic Claude Code vorgestellt, und ich habe es von den ersten Wochen an für eigene Projekte eingesetzt. Der Unterschied zum Chat ist grundsätzlich: Der Agent arbeitet direkt im Projekt. Er liest den Code, baut die App, führt Tests aus und schlägt Änderungen vor, die ich prüfe und freigebe. Daneben habe ich viele weitere Modelle und Werkzeuge ausprobiert – für Code, Texte, Bilder und Videos.

2026: zwei Apps

Die Neuentwicklung von Picolate und die Überarbeitung von KreditRaten, jeweils mit Webseite, sind zu einem großen Teil mit Claude Code und Claude Design entstanden. Wie das im Alltag aussieht, beschreibt die Notiz Zwei Apps, ein Entwickler, ein Team aus Agenten.

Was davon geblieben ist

Die Werkzeuge wechseln fast jedes Jahr, die Arbeit dahinter nicht: die richtige Frage stellen, das Ergebnis prüfen und die Verantwortung für jede Zeile übernehmen, die in eine App geht. KI macht mich deutlich schneller, aber nicht weniger verantwortlich. Und sie gehört nicht in jedes Projekt – wie ich damit umgehe, steht in der Notiz KI im Kundenprojekt.

Ein ähnliches Vorhaben? Anfragen werden in der Regel innerhalb von 24 Stunden beantwortet.

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