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Von Christian Unbehaun3 Min. LesezeitRückblick 2026 · KI · Eigene Apps

Zwei Apps, ein Entwickler, ein Team aus Agenten

Picolate und KreditRaten habe ich 2026 zu einem großen Teil mit Claude Code und Claude Design gebaut – Apps, Webseiten und Store-Auftritt. Wie die Arbeit mit einem Team aus KI-Agenten aussieht.


Zwei eigene Apps habe ich 2026 gebaut: Picolate, eine Foto-Box für iPad und iPhone mit Webauftritt unter picolate.com, und die Neuauflage von KreditRaten mit Web-Version unter kreditraten.app. Beide sind zu einem großen Teil mit Claude Code und Claude Design entstanden – vom ersten Entwurf bis zur Einreichung im App Store. Allein Picolate hat inzwischen mehr als 600 Commits.

Vom Entwurf zum Code

Am Anfang steht Claude Design. Dort entstehen Screens und Varianten für iPhone, iPad und Web, die ich vergleiche, verwerfe und verfeinere. Der fertige Entwurf geht als Übergabe an Claude Code, das ihn in SwiftUI und Next.js umsetzt. Danach prüft ein eigener Agent die Umsetzung Pixel für Pixel gegen den Entwurf.

Ein Team mit festen Rollen

Statt mit einer einzigen KI arbeite ich mit Agenten, die feste Rollen haben – wie in einem kleinen Team. Bei Picolate sind es elf: Paula ist Product Owner und legt als Einzige Tickets an. Ingo entwickelt die Oberfläche, Cara verantwortet die Kamera, Dora prüft das Design, Quinn testet gegen die Akzeptanzkriterien, Theo dokumentiert. Dazu kommt ein Marketing-Team, das Social-Media-Beiträge plant, schreibt und unabhängig prüfen lässt.

Bei KreditRaten ist das Team kleiner: je ein Entwickler für iOS und Web, ein Code- und ein Design-Reviewer und ein Scout für Recherche und Kleinarbeit. Jede Rolle bekommt das passende Modell – Routinearbeit ein kleines, schnelles, das Review ein besonders gründliches. Jede Aufgabe ist ein Ticket in einem eigenen Ticket-System, jedes erledigte Ticket ein Commit.

Bilder und Videos

Auch Bilder und Videos entstehen im selben Arbeitsfluss. Dafür habe ich einen eigenen MCP-Server gebaut – eine Schnittstelle, über die Claude weitere Dienste nutzen kann. Er macht Bild- und Videomodelle wie Flux, Kling oder Veo direkt in Claude Design und Claude Code verfügbar. Die Ergebnisse liegen auf meinem eigenen Server und lassen sich direkt in Webseiten einbinden.

Was ich selbst mache

Die Agenten schreiben Code, Tests und Texte. Was gebaut wird, in welcher Reihenfolge und wie die Architektur aussieht, entscheide ich. Den Code reviewe ich intensiv selbst – zusätzlich zu den Review-Agenten. Und ich stelle der KI Rückfragen zur Implementierung: warum eine Lösung so gebaut ist, welche Alternativen es gibt, was in Grenzfällen passiert. Alles, was sich nicht zurücknehmen lässt, gebe ich selbst frei: Was veröffentlicht, ausgeliefert oder im App Store eingereicht wird.

Was ich mitnehme

  • Kontext schlägt Prompt. Projektregeln, Entscheidungen und Erfahrungen stehen in Dateien, die jeder Agent zu Beginn liest. Je besser dieser Kontext, desto weniger muss ich erklären.
  • Kleine Schritte. Ein Ticket, ein Commit. Kleine Änderungen lassen sich prüfen und notfalls zurücknehmen.
  • Prüfen statt glauben. Ein Bericht ist noch kein Ergebnis. Änderungen werden im Simulator oder im Browser geprüft, bevor sie als fertig gelten.
  • Ein zweiter Blick. Was ein Agent baut, prüft ein anderer – und am Ende ich.

Diese Arbeitsweise bringe ich auch in Kundenprojekte ein, sofern das Projekt es erlaubt. Mehr dazu in der Notiz KI im Kundenprojekt.

Ein ähnliches Vorhaben? Anfragen werden in der Regel innerhalb von 24 Stunden beantwortet.

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