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Von Christian Unbehaun3 Min. LesezeitRückblick 2021 – 2026 · Healthcare-IT · Telematikinfrastruktur

Von der Patientenakte zum TI-Messenger

Fast fünf Jahre in den Healthcare-Teams der Techniker Krankenkasse: erst die elektronische Patientenakte, dann der TI-Messenger bis zum Go-Live und zur Abnahme durch die gematik.


Von Juli 2021 bis Februar 2026 habe ich in den Healthcare-Teams der Techniker Krankenkasse gearbeitet: zuerst im Team TK-Safe an der elektronischen Patientenakte, ab 2024 im Team TK-TIM am TI-Messenger. Beides sind Funktionen der TK iOS App, die an die Telematikinfrastruktur angebunden sind – das geschützte Netz des deutschen Gesundheitswesens.

Erst die Spezifikation, dann der Code

In der Telematikinfrastruktur legt die gematik fest, was eine Anwendung können muss: in Spezifikationen mit vielen einzelnen Anforderungen, den AFOs. Ein großer Teil meiner Arbeit begann deshalb nicht in Xcode, sondern im Dokument. Ich habe Spezifikationen analysiert und sie gemeinsam mit dem Fachbereich in User Stories, Akzeptanzkriterien und Prototypen übersetzt.

Bei der Patientenakte lag mein Schwerpunkt auf der Berechtigungsvergabe: Wer darf welches Dokument sehen, und wie zeigt die App das so, dass Versicherte es verstehen? Nebenbei haben wir bestehende UIKit-Oberflächen Schritt für Schritt auf SwiftUI umgestellt.

Ein Messenger auf Matrix

Der TI-Messenger baut auf dem offenen Matrix-Protokoll auf. Ich habe die Messenger-Oberflächen in SwiftUI entwickelt und war von der Entwicklung bis zum Go-Live maßgeblich beteiligt – einschließlich der Unterstützung bei der Abnahme durch die gematik.

Ein besonderer Teil der Arbeit lag außerhalb von Swift: Die TK nutzt eine gemeinsame Bibliothek in Kotlin Multiplatform. Darin habe ich Verschlüsselungsalgorithmen implementiert und die Bibliothek regelmäßig in die iOS-Codebasis integriert. Der Gewinn: Sicherheitskritischer Code entsteht einmal und wird von mehreren Plattformen geteilt. Der Preis: Wer ihn integriert, muss beide Welten verstehen.

Qualität als Teamleistung

In beiden Projekten galten dieselben Regeln: OWASP-konforme Entwicklung, Code-Reviews, Unit-, UI- und Snapshot-Tests mit mindestens 95 Prozent Testabdeckung und enge Zusammenarbeit mit QA und UI/UX. Dazu kam die Barrierefreiheit der Komponenten, über die ich eine eigene Notiz geschrieben habe.

Was ich mitnehme

  • Spezifikationen sind Teil des Produkts. Wer Anforderungen früh sauber übersetzt, spart später Diskussionen in der Abnahme.
  • Große Teams brauchen Brücken. Zwischen Fachbereich, UX, QA und Entwicklung entscheiden Akzeptanzkriterien und Prototypen mehr als jede einzelne Codezeile.
  • Sicherheit ist keine Einzelleistung. Reviews, Tests und klare Regeln tragen mehr als ein einzelner Experte.

Diese Erfahrung habe ich 2026 in das nächste Projekt mitgenommen: die ePA-Framework-Integration bei der DAK-Gesundheit.

Ein ähnliches Vorhaben? Anfragen werden in der Regel innerhalb von 24 Stunden beantwortet.

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