Von Christian Unbehaun2 Min. LesezeitRückblick 2007 – 2010 · Hardware · Anfänge
Bevor es Moyar gab: ein Tablet für Boote
Jahre vor dem iPad haben wir in einer Ausgründung der Bauhaus-Universität Weimar ein Linux-Tablet für Boote und Yachten gebaut. Was Hardware über Software lehrt.
Meine Geschichte als Entwickler beginnt nicht mit dem iPhone, sondern mit einem Tablet, das man nie kaufen konnte. Von September 2007 bis März 2010 habe ich das Projekt Maritime Media Systems geleitet, eine Ausgründung der Bauhaus-Universität Weimar. Gestartet haben wir zu dritt. Das Ziel: der Prototyp eines Linux-Tablets für Boote und Yachten.
Alles auf einmal
In einem so kleinen Team gibt es keine große Arbeitsteilung. Ich war für die Projektleitung zuständig und für die Architektur von Hardware und Software. Das war anstrengend – und die beste Schule, die ich mir hätte aussuchen können.
Was Hardware über Software lehrt
Das Gerät bestimmt die Regeln. Ein Tablet für Boote und Yachten muss mit Sonne, Nässe und Bewegung zurechtkommen. Das verändert jede Entscheidung, bis hin zur Größe der Bedienelemente.
Software ist nie fertig, Hardware schon. Eine Platine lässt sich nicht per Update verbessern. Wer das einmal erlebt hat, plant Software mit mehr Respekt vor dem, was später nicht mehr zu ändern ist.
Prototypen beantworten Fragen. Ein Gerät, das man in die Hand nehmen kann, überzeugt schneller als jede Präsentation. Diese Haltung ist geblieben: früh etwas bauen, das man anfassen kann.
Und dann kam das iPad
Als Apple Anfang 2010 das iPad vorstellte, war klar, wohin sich Tablets entwickeln würden. Moyar gab es da schon seit einem Jahr, und noch im selben Jahr habe ich meine ersten iOS-Apps veröffentlicht. Gerät, Software und Nutzer zusammen zu denken – das habe ich aus diesem Projekt mitgenommen, und es prägt meine Arbeit bis heute.
Ein ähnliches Vorhaben? Anfragen werden in der Regel innerhalb von 24 Stunden beantwortet.
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