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Von Christian Unbehaun3 Min. LesezeitRückblick 2012 – 2016 · Technik · Beratung

Web oder nativ? Fünf Projekte, eine Antwort

HTML5, jQuery Mobile, eine Brücke zwischen JavaScript und Objective-C, Angular 2: Ich habe beide Welten gebaut. Wann ich heute welche empfehle.


Die Frage kommt in fast jedem ersten Gespräch: Reicht eine Web-App, oder muss es eine native App sein? Ich habe beides gebaut, manchmal im selben Jahr.

Fünf Projekte zwischen den Welten

  • 2012 FeatureXplorer für den Halbleiterhersteller X-FAB: eine HTML5-basierte App, die Chip-Familien und ihre Features als iOS-App und im Web präsentierte.
  • 2014 eine mobile Web-App für Analytik Jena auf Basis von jQuery Mobile, die per WebSocket Messwerte und Systemstatus von Analysegeräten zeigte.
  • 2014 eine Datenbank-Schnittstelle zwischen JavaScript und Objective-C für eine bestehende iPad-App aus dem Automotive-Umfeld.
  • 2016 eine Zeiterfassungs-Web-App in Angular 2 für die Designagentur design:lab weimar.
  • 2016 DM8: die iOS-Version einer App, die es bis dahin nur für Android gab.

Wann das Web reicht

Wenn eine Anwendung vor allem Formulare, Listen und Daten zeigt, wenn sie auf vielen Geräten laufen soll und wenn niemand sie im App Store suchen muss, ist eine Web-App oft die schnellere und günstigere Lösung. Die Web-App für Analytik Jena war so ein Fall: Sie lief im Browser, sprach über WebSocket direkt mit dem Gerät und wurde nur intern verteilt.

Wann es nativ sein sollte

Sobald eine App Kamera, Sensoren, Benachrichtigungen, Offline-Betrieb oder VoiceOver ernst nimmt, spielt nativer Code seine Stärken aus. Dazu kommt das Gefühl: Eine native App scrollt, reagiert und sieht aus wie das Gerät, auf dem sie läuft. Das merken Nutzer, auch wenn sie es nicht benennen können.

Und dazwischen

Die Schnittstelle zwischen JavaScript und Objective-C hat mir gezeigt, dass „entweder – oder“ oft die falsche Frage ist. Web-Inhalte lassen sich in eine native App einbetten, und eine native App kann einen Begleiter im Browser haben. Genau so ist KreditRaten heute gebaut: eine SwiftUI-App für iPhone und iPad und eine Web-Version unter kreditraten.app, die genauso rechnet.

Meine Empfehlung

Ich frage zuerst nicht nach der Technik, sondern nach den Nutzern. Wo sind sie, wenn sie die App öffnen? Was muss das Gerät dafür können? Und wer pflegt das Ganze in fünf Jahren? Aus den Antworten ergibt sich die Technik meist von selbst.

Ein ähnliches Vorhaben? Anfragen werden in der Regel innerhalb von 24 Stunden beantwortet.

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